Ein Haus für Blinde

Warum entwirft nonconform ein Haus für Blinde in Wien?

Das bestehende Heim ist hinsichtlich aktueller Auflagen zur Barrierefreiheit und zum Arbeitnehmerschutz nicht adaptierbar, weswegen die Bauherren, die Österreichische Blindenwohlfahrt und das Diakoniewerksich für einen Abbruch und Neubau in zwei Phase entschieden. Anfang des Jahres 2018 gewann nonconform den Wettbewerb für einen Neubau im 14. Bezirk für die Österreichische Blindenwohlfahrt.

Unser Abgabemodell, mit dem wir den Wettbewerb für uns entscheiden konnten. Großer Dank auch an Mattweiss für den Modellbau.

Was ist das Besondere am Blindenwohnheim?

Der Neubau bietet die Chance, das Pflegekonzept, Pflege & Wohnen, von Grund auf neu zu konzipieren: Die Bewohnerinnen und Bewohner werden ähnlich einer Wohngemeinschaft in Hausgemeinschaften von je 12 Personen wohnen, in denen sich das ganze Leben abspielt: Es gibt die Möglichkeit, dass in der Hausgemeinschaft gemeinsam gekocht wird.

Mit klaren Formen und differenzierten Materialen versuchen wir, den BewohnerInnen den Alltag zu erleichtern und für die Menschen in dieser schwierigen Situation ein Zuhause schaffen. Die vier in etwa gleich großen Kuben beherbergen geschoßweise die Wohngemeinschaften und schaffen damit einen kleinteiligen Rahmen für die Bewohner. Die Räume besitzen Zugang zu den geschützten Loggien oder den Terrassen sowie dem naturnah gestalteten Garten. Der offene Foyer-Bereich im Erdgeschoß ist der Empfangsraum für BesucherInnen, bietet ein Tageszentrum für sehbeeinträchtigte Menschen und wird damit zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und des Wiedersehens.

Für das Freiraumkonzept wird der umliegende Baumbestand mitberücksichtigt. Das grüne Band, welches sich entlang der Bahnstrecke im Süden erstreckt, wird fortgeführt und in die beiden Innenhöfe einbezogen. Die Grundrisstypologie der um einen großzügigen Lichthof und Nebenräume hin zu einem Gemeinschaftstraum mit Loggia situierten Hausgemeinschaft bildet die Raumstruktur für das mehrgeschossige Gebäude.

Die Gemeinschaftsräume mit ihren vorgelagerten Loggien haben über alle Geschoße eine klare Blickbeziehung zu den duftenden, blühenden und mit kräftigen Bäumen gestalteten Gärten.

Diese familienähnlichen Alltagstrukturen bieten den BewohnerInnen zusätzlich zu unserer sehr klaren räumlichen Konzeption Orientierung und Lebensqualität. Fotocredit: nonconform

Was sagt der Auftraggeber über uns und unsere Arbeit?

nonconform spricht mit Mag. Daniel Dullnig vom Diakoniewerk:

Lieber Herr Dullnig, was erfüllt Sie mit Stolz bei dem Projekt Pflege & Wohnen?
„Wir haben eine einmalige Chance, blinden und schwer sehbeeinträchtigten Menschen ein bedürfnisgerechtes neues Zuhause zu gestalten, bei dem wir allen Herausforderungen gerecht werden.“

Drei Wörter, die für Sie die Zusammenarbeit mit uns beschreiben.
„Kreativ, Modern, Freundlich“

Ein Blick in die Zukunft – wie sieht das Projekt in 5 Jahren aus?
„Im neuen Haus herrscht reges Leben. BewohnerInnen und MitarbeiterInnen genießen die Ruhe nach der langen Bauzeit und die neuen geräumigen Bewohnerzimmer.“

Zukünftig wird in der Hausgemeinschaft gekocht – welches Gericht wünschen Sie sich?
„Ich wünsche mir Leberkäse mit Erdäpfelpüree.“

In dem Projekt spielen Farben eine wichtige Rolle bei der Innenraumgestaltung. In welches Zimmer würden Sie im Alter gerne ziehen wollen?
„In einen hellen, farbneutralen Raum, damit ich alle meine Bilder aufhängen kann!“

Wie ist der Stand des Projektes?

Im Dezember 2019 konnten wir den Bauherren, der Österreichischen Blindenwohlfahrt sowie der Diakonie, die Einreichunterlagen übergeben.

Projektinformationen

Auftraggeber: Gesellschafter Österreichische Blindenwohlfahrt gemGmbH und Evangelisches Diakoniewerk Gallneukirchen 

Planung: 2018 – 2019

Realisierung: 2020 – 2021

Phasen: Vorentwurf bis Einreichung, Künstlerische Oberleitung

BGF: 13.730 m2

Baukosten: ca. 17 Mio. €

„Wir haben eine einmalige Chance, blinden und schwer sehbeeinträchtigten Menschen ein bedürfnisgerechtes neues Zuhause zu gestalten, bei dem wir allen Herausforderungen gerecht werden.“

Mag. Daniel Dullnig

Geschäftsführung , Diakoniewerk

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