Leerstand ab Hof! Strategien für einen Umbau in der Landwirtschaft

Bereits zum sechsten Mal organisiert und leitet das Architekturbüro nonconfom  die Leerstandskonferenz . Die Veranstaltungsreihe setzt sich in Vorträgen und unterschiedlichen Diskussionsformaten mit erfolgreichen Strategien gegen Leerstand und Ausdünnung von Orts- und Stadtzentren auseinander. Die 6. Leerstandskonferenz  im Oktober 2017…

Leerstand ab Hof! Strategien für einen Umbau in der Landwirtschaft

Bereits zum sechsten Mal organisiert und leitet das Architekturbüro nonconfom  die Leerstandskonferenz . Die Veranstaltungsreihe setzt sich in Vorträgen und unterschiedlichen Diskussionsformaten mit erfolgreichen Strategien gegen Leerstand und Ausdünnung von Orts- und Stadtzentren auseinander. Die 6. Leerstandskonferenz  im Oktober 2017 widmet sich einer bedeutenden Thematik im ländlichen Raum: „Leerstand und Landwirtschaft “. Als Konferenzort  wurde die Bergdorfgemeinde Innervillgraten  in Osttirol ausgewählt, die neue Strategien gegen das Höfesterben entwickelt und bereits auf einige Vorzeigeprojekte verweisen kann.

Während urbane Räume mit einem ständigen Wachstums-Boom konfrontiert sind, sieht sich der ländlich geprägte Raum vor eine ganz andere Herausforderung gestellt. Ländliche Regionen jenseits der Metropolen sind von Abwanderung betroffen. Es ist vor allem die junge Bevölkerung – insbesondere junge Frauen –, die es aufgrund von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zumeist in ein städtischeres Umfeld zieht. Zurück bleibt die ältere Generation und mit ihr die Ungewissheit über die Zukunft am Land. Viele landwirtschaftliche Betriebe sehen sich seit Jahren zum Wachsen gezwungen. Finanzieller Aufwand und steigender Arbeitsdruck führten dazu, dass mehr als die Hälfte aller Höfe in Österreich keine Vollerwerbsbetriebe mehr  sind. Zieht die junge Bevölkerung weg, ist die Nachfolge am Hof meist ungewiss. Die Eigentümer sind mit der Zukunftsplanung für den eigenen Hof überfordert. Welche Optionen gibt es : Abbruch? Sanierung? Nachfolgesuche außerhalbe der Familie? Dem Verfall überlassen? Oder gibt es vernünftige alternative Nutzungen für aufgelassene Höfe und landwirtschaftliche Nutzbauten? Mit dem Abriss eines alten Bauernhauses geht nicht nur ein historischer Bautyp, sondern auch eine Ressource der Kulturlandschaft verloren.

Diesem Thema widmet sich die diesjährige Leerstandskonferenz , die bereits zum sechsten Mal vom Architekturbüro nonconform  veranstaltet wird. Gemeinsam mit dem Lienzer Raumund Regionalplaner Thomas Kranebitter  hat das nonconform Team ein abwechslungsreiches Programm an einem beispielgebenden Ort zusammengestellt. Nach Stationen in Oberösterreich, Steiermark, Niederösterreich und Kärnten ist die Leerstandskonferenz diesmal in Osttirol zu Gast. Die Gemeinde Innervillgraten ist von Landwirtschaft geprägt, ihre hochalpine Natur- und Kulturlandschaft zieht Jahr für Jahr auch zahlreiche Gäste ins Villgratental.

„Wir haben mit Abwanderung zu kämpfen und versuchen, Gegenstrategien zu entwickeln, die nicht einfach umzusetzen sind. Die Landwirtschaft in dieser Form zu erhalten, ist eine echte Herausforderung. Das Gelände ist sehr steil, und die 90 Betriebe sind sehr verstreut über das Gemeindegebiet. Diese Anzahl ist aber auch notwendig, um die Flächen zu bewirtschaften“, so Bürgermeister Josef Lusser , der im Brotberuf als Landwirt auch einen der 90 Bauernhöfe bewirtschaftet. „Wir sind sehr motiviert und nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand. Ich sehe in der Kombination aus Landwirtschaft und Tourismus echte Chancen für unseren Ort“ , so Lusser weiter.

Die Leerstandskonferenz 2017 widmet sich dem Umbau in der Landwirtschaft mit baulichinhaltlichen Möglichkeiten . „Wir möchten die lokalen Akteure untereinander vernetzen und mit überregionalen Impulsen Potenziale aufzeigen, wie in die Jahre gekommene oder nicht mehr genutzte Bauernhäuser, Ställe und Scheunen nach- oder umgenutzt werden können. Die Veranstaltung soll aber auch das Bewusstsein für historische Bausubstanzen stärken “, so der Raumplaner Thomas Kranebitter , Co-Kurator der Leerstandskonferenz. Vorzeigeprojekte aus Österreich, Südtirol und Deutschland werden im Villgratental präsentiert. Die Menschen hinter den mutigen Projekten treten ins Rampenlicht – und in den Dialog mit den Anwesenden. Letztlich umkreist die Konferenz die Frage, wie es gelingen kann, Orte und Regionen durch kluge Maßnahmen und Strahlkraftprojekte wieder wach zu küssen. „Wir werden nicht nur das Vorzeigeprojekt für Umbau eines Bauernhauses, das sogenannte „Giatla Haus“ in Innervillgraten besuchen und dort arbeiten, sondern auch den deutschen Stararchitekten und Innovator Peter Haimerl zu Gast haben. Mit seinen vielfach preisgekrönten Projekten im Bayrischen Wald sorgt er über die Landesgrenzen hinaus für Furore und Nachahmer. Es würde uns freuen, wenn der Funke für das eine oder andere neue Projekt schon während der Konferenz bei den Teilnehmern überspringt “, so Roland Gruber , Gründer von nonconform, Initiator und Kurator der Konferenz.

„Die vielen spannenden Ansätze für die Umnutzung von Leerständen müssen in den Köpfen der Leute bzw. in den Regionen ankommen. Die Konferenz soll bewusst machen, dass Leerstand auch eine Chance und ein Potenzial für Veränderung sein kann“,  so Matthias Scherer , Bürgermeister der Gemeinde Obertilliach und Vorsitzender des Planungsverbandes Osttirol, der diese Konferenz im Rahmen des LEADER Programms unterstützt. Die 6. Leerstandskonferenz bietet Fachvorträge und Diskussionsrunden  mit Experten und Expertinnen aus dem In- und Ausland, unzählige Best-Practice-Beispiele  zu Um- und Neubau, zu Zwischen- und Wiedernutzung von Leerständen.

Veranstalter und Partner

Das Konzept der diesjährigen Leerstandskonferenz entwickelte  nonconform in Zusammenarbeit mit  Thomas Kranebitter, Raum- und Regionalplaner in Lienz und  Michael Hohenwarter vom  Regionsmanagement Osttirol, sowie den Verantwortlichen der Gemeinde Innervillgraten und dem  Planungsverband 35 – Sillian und Umgebung, Villgraten, Tilliach. Unterstützer Die Leerstandskonferenz 2017 wird im Rahmen des  EU-LEADER Programms von der Europäischen Union, dem Ministerium für ein Lebenswertes Österreich, dem Land Tirol und dem Regionsmanagement Osttirol, dem Österreichischen Programm für ländliche Entwicklung 2014 – 2020 sowie vom Bundeskanzleramt gefördert.

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