Architektur

nonconform
14. Juli 2020

Architektur

 

Baukörper
Die ehemalige Zigarrenfabrik steht am Fuße des Amtshausberges, in der Langen Straße 53 am nördlichen Stadteingang von Vlotho. Das Gebäude wurde nach einem Brand im Jahr 1928 neu errichtet.
Der langgestreckte, viergeschossige, sehr schlichte Bau aus Backstein erstreckt sich von Osten (Langen Straße) nach Westen (Amtshausberg), das Treppenhaus mit Sanitärräumen ragt im Norden als Mittelrisalit aus der Fassade hervor. Neben dem Treppenhaus befindet sich der ebenfalls aus Backstein errichtete Liftschacht für den Personenaufzug. Einziges Schmuckelement der Ostfassade bildet ein abgestuftes Dachgesims aus Backstein. Der östliche Teil des Gebäudes ist unterkellert.

 

Zugänge und Vorplätze
Der Haupteingang befindet sich im Norden beim Treppenhaus und ist über einen kleinen, unscheinbaren Vorplatz von der Langen Straße aus erschlossen.
Im Süden des Grundstückes befindet sich ein mittig gelegener Nebeneingang mit vorgelagerten Stufen, der direkt in den Hauptraum des Erdgeschoßes führt.
Der Nebeneingang wird über eine großzügige, befestigte Freifläche erschlossen, die sich über die gesamte Länge des Gebäudes erstreckt. Im Westen wird sie durch den Fuß des Amtshausbergs begrenzt. Im Osten durch die Straße. Nähert man sich der Kulturfabrik vom Stadtkern Vlotho aus, wird das Gebäude durch diesen Vorplatz stadträumlich stark betont und hervorgehoben. Daher ist auch der Nebeneingang an der Südfassade wesentlich präsenter als der Haupteingang im Norden. Insgesamt lässt die Zugangssituation etwas an Klarheit vermissen.

 

Fassadengliederung
Die Südfassade des Gebäudes wird durch ein einfaches Sockelgesims sowie schlichte Sprossenfenster in drei von vier Geschoßen gegliedert. Im Erdgeschoß weist das Gebäude über dem steinernen Sockelgesims sechs Öffnungen auf, eine der mittigen Öffnungen ist der Nebeneingang, in den Hauptraum des Erdgeschoßes mit der vorgelagerten Betontreppe. In den beiden darüber liegenden Geschoßen werden die sechs Öffnungen des östlichen Gebäudeteils symmetrisch weitergeführt, im westlichen Gebäudeteil verfügen die beiden Obergeschoße über weitere drei Öffnungen. Jeweils eine der drei Öffnungen wird als Zugang zum zweiten Fluchtweg genutzt. Im ersten Obergeschoß befindet sich der Fluchtweg an der westlichsten Öffnung, im zweiten Obergeschoß befindet sich der Zugang zum Fluchtweg an der dritten Öffnung von Westen aus, direkt neben dem Mauervorsprung zum restlichen Gebäudeteil. Das dritte Obergeschoß verfügt im Süden über keine Fenster.
Die Ostfassade ist jene, die sich parallel zur Langen Straße erstreckt. Sie wurde durch ein Sockelgesims mit Kellerfenstern und ein Dachgesims eingefasst. Die Hauptfassade verfügt in allen vier Geschoßen über jeweils vier Fensteröffnungen. Die Ostfassade des Treppenhauses und des Liftschachtes treten im Vergleich zur Hauptfassade stark in den Hintergrund. Neben dem Haupteingang wurde dem Liftschacht ein Windfang vorgelagert. Der Haupteingang ist vertieft versetzt wodurch ein Vordach entsteht. Der nördliche Abschluss des Grundstückes wird durch eine Backsteinmauer gesetzt.
Die Nord- und Westfassade können vom Straßenraum aus nicht erfasst werden.
Die Nordfassade ist im westlichen Gebäudeteil des Erdgeschoßs in den Felsen gebaut. Drei nördliche Fensteröffnungen im EG werden über einen schmalen Lichtschacht mit Tageslicht versorgt. In den beiden darüber liegenden Geschoßen verfügt der westliche Gebäudeteil über jeweils vier Fensteröffnungen, der östliche über jeweils zwei – einschließlich dem Erdgeschoß. Im Dachgeschoß sind die Fensteröffnungen kleiner, es werden im östlichen Teil fünf und im westlichen Teil neun Öffnungen gegliedert. Die Westfassade – welche nur über den Amtshausberg sichtbar ist verfügt lediglich im Dachgeschoß über ein Fensterband mit insgesamt vier Öffnungen. Das Treppenhaus mit den Sanitäranlagen über weitere drei Öffnungen Richtung Westen.

 

Gebäudestruktur
Das Gebäude ist in einer Mischbauweise aus Wand- und Skelettbausystem errichtet. Die Außenwände und das Treppenhaus wurden tragend und aussteifend ausgeführt, im Inneren des ehemaligen Fabriksgebäudes wurde ein Skelettbau ergänzt. Durch eine mittige Stützenreihe, entlang der Gebäudelängsachse, werden die Lasten punktuell abgeführt. Die Unterzüge längs und quer zur Gebäudelängsachse ermöglichen grundsätzlich eine sehr freie Grundrissgestaltung.
In den meisten Geschoßen ist der Grundriss jedoch entlang der Längsachse durch eine Mittelwand geteilt, mit teilweisen Unterbrechungen im östlichen Gebäudeteil. Entlang der sich ergebenden Unterzugachsen gibt es im Erdgeschoß vor allem im schlechter belichteten, nordwestlichen Gebäudeteil kleinere Zwischenwände, in den Obergeschoßen vor allem im östlichen Gebäudeteil, der sich zur Straße hin orientiert.

Die Obergeschoße verfügen im Hauptgebäudeteil über eine potenzielle Nutzfläche von rund 515 m2, das Erdgeschoß über rund 415 m2. Das Treppenhaus mit Sanitärräumen umfasst je Geschoß rund 30 m2 Nutzfläche.

Kulturfabrik Außenansicht

Grundriss Erdgeschoss, Stadtverwaltung Vlotho

Ansicht Süd, Stadtverwaltung Vlotho

Ansicht Ost, Stadtverwaltung Vlotho

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