Im Gespräch mit Fredensborg

nonconform
27. Mai 2020

Zukunft der Bücherei in Fredensborg

Die Stadt Fredensborg ist die Partnerstadt von Bad Berleburg in Dänemark. Ebenso wie in Bad Berleburg fand dort vor kurzem ein Prozess statt, um eine Zukunftsvision für die Bücherei zu entwickeln. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um den Austausch zu vertiefen und über den Prozess in Fredensborg mehr zu erfahren.

Wir haben mit Lisa Kann, Büchereileiterin , und Tine Vind, Leiterin der Kultur- und Freizeit-Abteilung gesprochen. Unsere Fragen: Wie funktionieren Büchereien in Dänemark? Was haben sie für eine Bedeutung in der Gesellschaft? Wie kam es zum Prozess in Fredensborg, welche Ziele wurden gesteckt und wie sehen die wichtigsten Ergebnisse aus? Wir waren gespannt zu erfahren, was wir für den Prozess in Bad Berleburg mitnehmen können.

Die Bücherei ist der letzte demokratische Raum, in den man reinspazieren, sich irgendwo hinsetzen und einfach da sein kann. Sie müssen sich dort nicht vorstellen, Sie müssen nichts kaufen. Die Nutzung der Bücherei und der Medien ist in Dänemark frei, lediglich Mahngebühren werden gezahlt. Das heißt, die Bücherei ist auch ein konsumfreier Treffpunkt. Touristen können einfach hereinkommen, Zeitung lesen oder Informationen für ihren Besuch einholen. Eltern in Elternzeit treffen sich hier, Kinder spielen einfach hier“, so Tine Vind.

„Unsere Gesellschaft verändert sich laufend und damit die Bedürfnisse und Verhältnisse der Menschen. Auch die Büchereien müssen sich dementsprechend weiterentwickeln. Es stellt sich die Frage, welche Rolle die Bücherei in Zukunft für unsere Gesellschaft spielen soll. Um dafür eine Vision zu entwickeln, haben sich Bürger*innen, Politiker*innen und das Bücherei-Team von Fredensborg in einem Prozess mit der Bücherei der Zukunft auseinandergesetzt“ erklärt Lisa Kann.

Was haben sie bisher herausgefunden?

Für spezifische Bedürfnisse sind spezifische Maßnahmen notwendig: Die Öffnungszeiten werden verlängert und ermöglichen in Verbindung mit einem Selbstbedienungssystem insbesondere den Berufstätigen, die Bücherei mehr zu nutzen.

„The joint library“ – eine gemeinsame Bücherei: Wenn eine Schulbücherei mit einer kleinen öffentlichen Bücherei zusammengelegt wird, wird nicht nur der Verwaltungsaufwand kleiner, sondern das Angebot auch größer und vor allem die Bücherei zu einem lebendigen Treffpunkt für alle.

Die Bücherei als „glue for the community“ (Kleber der Gesellschaft) und Motor für urbane Entwicklungen: Die Bücherei liegt den Däninnen und Dänen sehr am Herzen und ist wichtiger Teil in der Belebung von Ortszentren – sehr spannend!

Treffpunkt für Kultur: Das Angebot der Bücherei wird durch Kulturveranstaltungen erweitert, das lokale Vereine und Organisationen unterstützt. Denn Beteiligung und Dialog sind für den Zusammenhalt der Gemeinschaft wesentlich. Deshalb wird die Bücherei so gestaltet, dass sie als generationen- und kulturübergreifender Treffpunkt fungiert.

Fredensborg ist ein Kommunalverband mit 42.000 Einwohner*innen. Hier gibt es vier Bibliotheken: Fredensborg auf 1600 m2,Humlebæk auf 1200 m2, Niva auf 1800 m2 und Kokkedal – eine kleine Bücherei, die mit der Schulbücherei zusammengelegt wird.

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