Ein roter Teppich für Zeillern

Warum ging Zeillern den Weg mit nonconform?

Zeillern ist eine kleine Marktgemeinde mit ca. 1.800 Einwohnern im niederösterreichischen Mostviertel. Ein Schloss, die Kirche und die Schlossinsel machen die Gemeinde zum Hotspot für Hochzeiten. Auch ein  Blasmusikausbildungszentrum ist im Schloss untergebracht. 
Mitten im Ort wandelte die Gemeine mit Weitblick einen leerstehenden Bauernhof in einen hochwertigen Wohnbau als Alternative zum Einfamilienhaus um. Was der Gemeinde jedoch fehlte, war ein Dorfplatz. Ein Teil des Geländes des ehemaligen Bauernhofs stand noch zur Verfügung – im Rahmen einer Ideenwerkstatt wurde dafür mit der Bevölkerung ein Konzept für den künftigen Dorfplatz entwickelt. 

Wie sieht das Ergebnis aus?

Die Vorschläge der Bürger*innen in Zeillern zeigten den Wunsch, die für Blasmusik, Hochzeiten und das gesellschaftliche Leben so beliebten Punkte – Kirche, Schloss und Schlossinsel – stärker miteinander zu verbinden und wortwörtlich den „roten Teppich“ aufzurollen. Dieser „rote Teppich“ wurde mit einem roten Belag eines regionalen Bauunternehmens  umgesetzt und führt nun von der Kirche über die 560 m2 große Dorfplatz-Fläche direkt auf das Schloss zu. Durch eine Bachüberplattung und Einbeziehung von weiteren Böschungs- sowie Restflächen vergrößerte sich das Areal für den neuen Dorfplatz auf ca. 900 m2. 

Der rote Teppich strahlt nicht nur unter Tags eine warme Atmosphäre aus – auch am Abend und nächtens ist er durch die Lichtplanung von Dieter Bartenbach in besonderes und dezentes Licht getaucht. © Kurt Hörbst

Was war das Besondere daran?

Obwohl das Projekt vergleichsweise klein war, hat es lokal, regional wie international großen Zuspruch gefunden und wurde mehrfach prämiert. Es ist auch in unserer Fachkollegenschaft ein überaus anerkanntes Ergebnis, das nur durch den Bürgerbeteiligungs-Prozess zu dem geworden ist, was es heute ist: Ein von den Leuten vor Ort getragenes Stück Baukultur. Denn eine lebhafte und inspirierende Bürgerbeteiligung zeigt Potenziale auf, an die wir alleine gar nicht gedacht hätten. Der neue Dorfplatz ist so nicht nur zu einem beliebten Treffpunkt von Hochzeitsgesellschaften, Blasmusikkapellen und Jakobswegwanderen geworden, sondern auch ein wichtiger Teil für das Alltagsleben im Ort. 

„Hätten wir nur gute Architektur eingekauft, wäre der Platz vielleicht genau so schön geworden. Aber er hätte nicht diese Akzeptanz.“

Jimmy Perger

ehem. Bürgermeister im STANDARD-Interview

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